Beiträge über mein eigenes Befinden sind mir grundsätzlich unangenehm. Letztlich soll der Blog vor allem Neulinge ermutigen sich ihren möglichen Bedürfnissen bewusst zu werden. Sie sollen sich hier informieren können und bestenfalls zu einem fundierten Schluss kommen – sei es, dass sie sich einer wie auch immer gearteten vampyrischen Natur gewahr werden oder eben nicht. Beide Schlüsse sind zulässig. Denn auch jene, die sich nicht selbst als vampyrisch identifizieren sind gerne als Mitwisser und Unterstützer gesehen. 

Nichtsdestotrotz hilft mir die Anonymität des Internets mir innerhalb des Themenkomplexes über eigene Beweggründe klar zu werden. Darüber zu schreiben, wirft ein neues Licht auf meine Motive. Es zwingt sie dorthin, wo ich sie sehen kann.

Ein Anfang 

Grund für diesen Beitrag ist ein eindeutiges Angebot.

Es kam dazu, dass ich einen guten Freund eingeweiht habe, dessen aufrichtige Anteilnahme mich ungemein stärkt. Es ist neu und seltsam fremd für ihn, aber er bleibt offen und neugierig dafür. Ich wünsche jedem dort draußen einen solchen Freund. 

Nun kam es, wie es kommen musste – er schlug vor mir zu spenden. Ein aufrichtiges Angebot an meine innere Natur, von der er weiß, das sie schon lange schlummern muss. Wie schön wäre es also dieser endlich ihren Lauf zu lassen? 

Selbst hatte ich ihn tatsächlich als ersten verlässlichen Spender ins Auge gefasst. Es wäre ganz natürlich und einfach, wenn ich nicht so verkopft und ängstlich wäre.

Der Grund eines Scheiterns läge allein bei mir, sollte es nun nicht dazu kommen.

Was also hält mich ab?

Scham. Scham, die an mir rüttelt. Leiser als zuvor, doch sie hat Zweifel im Gepäck.

Zweifel, die mich in meiner Entschlusskraft wanken lassen. Sie nagen nicht nur an meinem Entschluss es wenigstens zu versuchen, sondern auch an den hart erarbeiteten Grundfesten meiner Selbstwahrnehmung. 

Angst vor dem Ergebnis. 

Angst vor seiner Reaktion als jemandem, der nicht versteht, was es damit auf sich hat. Er bemüht sich sehr und ich versuche ihn an meiner Gefühlswelt teilhaben zu lassen, doch ich bin schlecht darin meine Emotionen mitzuteilen. Und auch wenn ich es schaffe zu erklären, was mich umtreibt, so bleibt es für ihn fremd. 

Einen anderen Vampyr zum Spender zu nehmen schien mir zuletzt als einzige logische Konsequenz. Oft wird sich gegenseitig gespendet. Der andere wüsste, warum ich vielleicht weine, warum ich lächle, warum ich schwer atme. 

Aber sicher sind auch „Normale“ dazu in der Lage zu verstehen, was da passiert. Sie müssen nicht nachfühlen können, um zu sehen, was gerade geschieht – eine tiefgreifende Veränderung, ein neuer Weg, ein Entschluss. Vielleicht auch eine Ernüchterung, beides wäre recht. Letzteres ist nur unwahrscheinlicher geworden. 

Tja und da sitze ich nun mit meinem Glas Wein und bemitleide mich um eine Chance, die kaum schöner sein könnte. Nur kein Mitleid, bitte.

 

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