Realvampyrismus in Partnerschaften kann zum heiklen Thema werden. Partnerschaftliches Trinken hingegen h√§lt ganz sicher eigene Vorteile bereit, doch was ist mit jenen, die keinen Partner haben, nicht geoutet sind oder dieses Verhalten aus welchen Gr√ľnden auch immer nicht innerhalb einer Beziehung ausleben m√∂chten? Wie l√§uft eine Beziehung zwischen einem Vampyr und seinem Partner, sei er eingeweiht oder nicht? Was passiert, wenn der Partner gar selbst Vampyr ist?¬†

Antworten gibt es wie immer keine eindeutigen, sehr wohl aber Einblicke und Denkanst√∂√üe. ūüėČ

Wie kann sich Realvampyrismus als single gestalten?

Angenommen du bist vampyrischer Natur. Angenommen du lebst alleine und bist Single.

Was h√§lt dich davon ab dich zu outen (im Freundeskreis oder auch vor der Familie?) – ganz sicher der Wunsch nach sozialer Erw√ľnschtheit. Wie bei allen gesonderten sozialen Gruppen findet sich ein Wunsch nach einer „anderen“ Normalit√§t oder der Wunsch akzeptiert zu werden auch hier. Da wir die Gesellschaft nicht von heute auf morgen √§ndern k√∂nnen (sehr wohl k√∂nnen wir daran arbeiten und dabei helfen die Gesellschaft mitzugestalten ūüėČ ), w√§re es ein guter erster Schritt, sich selbst zu akzeptieren und wohl zu √ľberlegen, wer in den Genuss der eigenen Wahrheit kommend darf. Wie auch immer ein Outing enden w√ľrde, gelernt h√§tte man danach.

Bestenfalls endet es in vollumf√§nglicher Akzeptanz, die uns wiederum tr√§gt. Im schlimmsten Fall finden wir uns vor einer zerst√∂rten Beziehung, im Sinne einer zu Bruch gegangenen Freundschaft. Doch auch Letzteres h√§tte bestenfalls eine gewinnende Botschaft an uns: Der Mensch war nicht der richtige. Wer mich nicht so nimmt, wie ich bin, hat mich nicht verdient. Ganz sicher die falsche Antwort w√§re hier: Ich bin abartig und der andere hat Recht. ūüėČ

Deine Vorteile

Wenn es nun dazu kommt, dass dein Durst dich die W√§nde hochtreibt, kannst du jedoch recht frei √ľber deine Spender entscheiden – vorausgesetzt, du hast das Gl√ľck einem passablen und freundlichen zu begegnen. Gl√ľckwunsch!

Was aber, wenn du einen festen Partner findest? Ein Spender womöglich oder sogar ein Vampyr? Wie befreiend ist es, dieses Thema von Beginn an offen behandeln zu können? Gemeinsam zu explorieren? Wunderbar!

Und was nun, wenn dieser Partner kein Vampyr ist? Was, wenn derjenige deine Ansichten bestenfalls f√ľr schr√§g, im schlimmsten Fall jedoch f√ľr abartig h√§lt?¬†

Gehen wir die Fälle doch einfach einmal durch. Welche Learning gibt es zu gewinnen? Welche Menschen womöglich zu verlieren?

Neue PArtnerschaften

Wer sich mit der eigenen vampyrischen Natur bereits auseinandergesetzt hat und zu einem guten Ende f√ľr sich kommt – ich bin, wie ich bin und das ist gut so – der wird sicher von Beginn an entsprechend dieses Credos handeln. Ein/e potenzielle/r Partner/in k√∂nnte so bestenfalls noch vor einer ernsthaften Beziehungstiefe vorbereitet werden, im Sinne einer ehrlichen offenen Kommunikation. Bei viel Gl√ľck handelt es sich um jemanden aus dem selben sozialen Milieu, jemand, der bereitwillig spendet oder aber dem Partner die M√∂glichkeit gibt sein Bed√ľrfnis au√üerhalb zu befriedigen.

Stellt sich jedoch heraus, dass der/die Auserw√§hlte sich nicht f√ľr das eigene Wesen erw√§rmen kann, so hei√üt es Kompromisse finden oder aber das Weite suchen. Hier muss jeder f√ľr sich abw√§gen, was sich gut und richtig anf√ľhlt. Fragen danach, wie schwer der vampyirsche Anteil wiegt und ob dieser auch in Zukunft h√§ndelbar bleibt, m√ľssen gestellt werden. Wenn der Partner nur einfach nichts damit anfangen kann, es vielleicht als Schrulle abtut, dann ist eher mit Kompromissen zu rechnen, als bei vehementer Ablehnung.¬†

Wiegt die Ablehnung schwer, wäre ein Schlussstrich vielleicht das Beste. Womöglich kommt man im Zuge dessen aber auch zu dem Schluss, dass der Partner viele andere Qualitäten hat, die andere fehlende aufwiegen. Niemand ist perfekt.

Bestehende Partnerschaften und ein outing

Was nun mit jenen, die bereits in einer Beziehung sind und sich erst im Laufe der Zeit ihrer vampyrischen Natur gewahr werden? Was sich f√ľr denjenigen selbst schon schwierig genug gestaltet, wird fr√ľher oder sp√§ter auch in der Beziehung selbst eine Rolle spielen. ¬†Mit viel Gl√ľck fiel die Wahl auf einen Menschen, der selbst ein paar Schrullen hat, zu denen er offen steht. Oder aber ein anderes Thema (zB Homosexualit√§t) und die Learnings daraus f√ľhren zu einer generell offenen Kommunikation der beiden Partner. Kommunikation is key!

In meinem eigenen Fall gab es nach einem Jahr des Haders ein Outing vor dem Partner. Es wurde akzeptiert, doch nciht mehr viel dar√ľber geredet, auch weil ich selbst noch nicht soweit bin, den entscheidenden Schritt zu gehen – u.a. bedingt durch die Corona-Pandemie bedingt.. -.-

Wenn es nun soweit sein sollte, werde ich das Gespr√§ch erneut suchen. Das Wichtigste w√§re dann unsere Gesundheit sowie die des Spenders. Wir sehen es auch jetzt nicht allzu eng mit au√üerpartnerschaftlichen Aktivit√§ten. Letztendlich aber w√ľrde ich ihn/sie nicht verlassen, um Blut trinken zu k√∂nnen.¬†

Nun k√∂nnte man sich fragen, warum ich diese Aktivit√§t nicht einfach mit meiner/m Partner/in auslebe. Tja, da bin ich selbst nicht so sicher. Vielleicht, weil die Beziehung schon sehr eng und innig ist und es von jeher eine Energiebalance gibt. Vielleicht reizt mich auch einfach die Intimit√§t zu einem andere. Vermutlich ist es letzten Endes eine Mischung der genannten Gr√ľnde, sowie vieler Motivationen, die ich selbst nicht durchschaue.

Dar√ľber hinaus stellt sich generell die Frage, ob man immer alles mit Partner machen muss/soll. Nicht, dass das nicht eine wunderbare Erfahrung sein kann – doch ich selbst bin der Meinung, dass ich neben der Beziehung auch noch als Individuum existiere. Als solches betrachte ich es als selbstverst√§ndlich auch eigene Wege zu gehen – eben unter Absprache oder zumindest in Kenntnis durch den Partner. Ich bin allerdings verw√∂hnt, was gelungene Partnerschaften angeht.¬†

Partnerschaftliches Trinken

Ganz sicher gibt es so viele Definitionen von Partnerschaft, wie es Beziehungen gibt. Was meint nun also partnerschaftliches Trinken? Zun√§chst m√ľssten wir unterscheiden – zwischen Beziehungen, in denen nur einer Vampyr ist und jenen, in denen beide Vampyr sind.¬†

Vampyr und Spender in Beziehung

Hier scheint Realvampyrismus in Partnerschaften am ehesten m√∂glich zu sein- gemeinsam mit den Konstellationen Vampyr und Vampyr. ¬†Eine Beziehung zwischen Vampyr und Spender scheint die schl√ľssigste Beziehungsform zu sein. Sie kommt beiden zugute. Der eine kann seinen Durst stillen, der andere profitiert selbst durch „Beihilfe“ zum Wohlbefinden des Partners – dar√ľber hinaus gibt es f√ľr den Spender wom√∂glich noch mehr Gr√ľnde (zb ein Energie√ľberfluss o.√Ą.)

Vampyr und Spender, die sich gemeinsam in eine Beziehung begeben, wissen sehr genau, was sie erwartet Рzumindest im Kontext des Realvampyrismus. 

Vampyr und Vampyr in Beziehung

Beziehungen, in denen beide vampyrischer Natur sind, kommen ebenso häufig vor, wie jene zwischen Vampyr und Spender.

Das erscheint zunächst widersinnig, doch das gegenseitige Verständnis könnte sich kaum klarer gestalten. Wer den Durst selbst kennt, kann auch eher verstehen, was im Anderen vorgeht. Je nachdem wie offen die Beziehung dann gestaltet wird, können zudem weitere Spender hinzukommen. Es gibt ganze Vampyrfamilien, die aus gegenseitigen Spende- und Freundschaftsgeflechten bestehen. Eine schöne Vorstellung! 

Auf der anderen Seite verliert man mit Ende der Beziehung nat√ľrlich auch seinen wichtigsten Spender – aber wer m√∂chte schon so weit denken!

Ich zumindest habe mir sagen lassen, dass Sex im Rahmen vampyrischer Komponenten recht heiß sein soll. ;D

 

Wie auch immer es bei euch kommt, mit der richtigen Kommunikation – einer offenen, annehmenden und ruhigen – kann man wenig falsch machen. Ich w√ľnsche dort drau√üen jedem sein passendes Deckelchen – oder auch viele passende. ūüėÄ

 

Eure Katniss

 

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